Coline Serreaus Erfolgsstück „Hase Hase“ am Theater Rudolstadt

Theater Rudolstadt Hase Hase presse photo by Lisa Stern

Rudolstadt. Erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Davon kann auch Familie Hase ein Lied singen. Ihre ganze Welt scheint in Chaos zu versinken. Wie aber selbst das kleinste Fünkchen Hoffnung ungeahnte Kräfte freisetzen kann, zeigt die französische Autorin und Filmemacherin Coline Serreau in ihrer schrägen Komödie „Hase Hase“. Als Neubearbeitung kürzlich mit Starbesetzung in Berlin aufgeführt, feiert sie am Theater Rudolstadt am 16. März ihre zweite Premiere.

Nach unzähligen Turbulenzen wiegt sich Familie Hase endlich in sicherem Fahrwasser. Ihre Welt ist in Ordnung, auch wenn der Gerichtsvollzieher schon vor der Tür steht. Nur der kleinste Sohn hat Ärger mit seiner Französischlehrerin, Papa ist seltsam verschwiegen und Bébert, der Medizin studiert, beklagt sich über die Nachtdienste auf der Intensivstation. Doch Mama Hase hat den Laden wie immer im Griff. Dann aber überschlagen sich die Ereignisse. Sohn Jeannot stürzt herein, von der Polizei verfolgt; die Töchter kommen wenig später, weil ihre Paarbeziehungen gerade krachen gehen; Vater gesteht, er ist arbeitslos, Hase Hase ist vom Gymnasium geflogen, und dann kommt es zu einem gigantischen Finanz-Crash. Das ganze Land wird unter Polizeiaufsicht gestellt. Womit niemand rechnet, ist, dass die Familie Hase einen fantastischen Rettungsplan ausheckt, dass man gegen Mutter Hases große Liebe sowieso nichts machen kann und dass Hase Hase, der Sohn mit den vorstehenden Zähnen, ein Außerirdischer ist.

Coline Serreau hat ihre Anarcho-Komödie aus dem Jahre 1986 für die Gegenwart leicht überarbeitet. Damals wie heute ist das schräge Stück mit kosmischer Dimension ein humorvolles Plädoyer für die Überlebenskunst in finsteren Zeiten, für das Überwinden von Verzweiflung und die Lust am Lachen.

Am Rudolstädter Theater liegen Inszenierung und Ausstattung in den Händen von Alejandro Quintana und Henrike Engel, die dort zuletzt mit „Der Meister und Margarita“ eine eindrucksvolle Aufführung schufen. Auf der Bühne zu erleben sind: Laura Bettinger, Verena Blankenburg, Hans Burkia, Johannes Geißer, Ulrike Gronow, Anne Kies, Jakob Köhn, Robert Naumann, Marcus Ostberg, Benjamin Petschke, Ute Schmidt, Markus Seidensticker, Marie Luise Stahl und Matthias Winde.

Nach der Premiere am 16. März, um 19.30 Uhr im Theater im Stadthaus sind die nächsten Aufführungen am 24. März, um 18 Uhr, am 26. März, um 15 Uhr und am 5. April, um 19.30 Uhr. Karten sind an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

Foto: Lisa Stern