Zur Eröffnung: Intrige im Goldsaal
Mit dem Ausstellungsprojekt „Intrige im Goldsaal“ eröffnet der Schloss- und Kulturbetrieb Altenburg am 19. Mai die Thüringer Schlössertage. Es ist zugleich das umfassendste Ausstellungsvorhaben des Residenzschlosses in diesem Jahr.

In ihm ist ein Problem, das viele Museen haben, zum Ausgangspunkt der Ausstellungskonzeption selbst gemacht worden: Wie wird mit wachsenden Sammlungsbeständen, aber begrenzten Magazinflächen umgegangen? Warum sammeln Menschen? Und wie können diese Sammlungen, die mitunter verborgen in Depots lagern, gezeigt werden?
In der Ausstellung „Intrige im Goldsaal“ findet sich der Anspruch, mit musealen Sammlungen Ordnungen zu schaffen und Unordnung zu bannen, in eine Ausstellungsdramaturgie überführt, in welcher die Sammlungsobjekte selbst zu Akteuren werden. Die Sammlungsgegenstände, die in verschlossen Magazinen ungesehen ihr Dasein fristen, erheben sich gegen diejenigen Objekte, die im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit ausgestellt sind. Hieraus ergibt sich der Ausstellungtitel „Intrige im Goldsaal“.
Der Ausstellungsmacher Florian Voß, Mitarbeiter des Residenzschlosses, hat dieses außergewöhnliche Ausstellungsprojekt mit der Szenografin Lotte Boonstra (Antwerpen) und der Bloggerin Cindy Hiller (Leipzig) erarbeitet. Gemeinsam wurde ein Weg gesucht, das komplexe Thema erzählerisch und szenisch in eine Ausstellung zu verwandeln. Boonstra hat dazu die gestalterische Einrichtung übernommen. Sie war in den vergangenen Monaten für drei längere Arbeitsaufenthalte in Altenburg. Die Monologe, in welchen die Exponate in der Ausstellung von sich erzählen und durch die sie gegeneinander intrigieren, stammen von Cindy Hiller. Die Leipziger Bloggerin wurde als zweite externe Verstärkung in das Schlossteam geholt. Zusammen mit Ensemblemitglieder von Theater- und Philharmonie Thüringen sind die Texte anschließend als Audios eingespielt worden. Sie werden an Hörstationen in der Ausstellung abrufbar sein. „Das Ausstellungskonzept hat nicht nur unser gesamtes Schlossteam in Beschlag genommen. Es ist auch räumlich immer weiter gewachsen, füllt nun zwei Treppenhäuser, den Marmorflur und die beiden Etagen des Festsaalflügels des Residenzschlosses“, so Voß.
Das Residenzschloss lädt zur Eröffnung der Ausstellung am 19. Mai um 15 Uhr zu einer großen Kaffeetafel im Festsaal ein. Bis zu 150 Gästen bietet die Eröffnung die Möglichkeit, einem öffentlichen Gespräch zum Thema Ordnung und Chaos in Alltag und Kultur unter Leitung des Moderators Wolfram Eilenberger beizuwohnen.
Eilenberger, der den öffentlichen philosophischen Diskurs in Deutschland zuletzt durch den Beststeller „Zeit der Zauberer“ vorangetrieben hat, wird zwei weitere prominente Gesprächspartner begrüßen. Zu Gast werden sein die Autorin und Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff sowie der Historiker und Gründungsdirektor des Militärhistorischen Museums Dresden Matthias Rogg. „Diese Ausstellungseröffnung mit so wunderbaren Dialogpartnern gestalten wir wie einen großen Salon“, so Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn. „Damit bauen wir auch das touristische Thema der Reiseregion Altenburger Land, die Salonkultur, weiter auf.“
Die Ausstellungseröffnung bildet zugleich die Auftaktveranstaltung der Thüringer Schlössertage 2018. Diese stehen am diesjährigen Pfingstwochenende unter dem Motto „Aufgeregt! Skandale, Intrigen und Seitensprünge“ und führen ihre Besucher hinter die höfischen Kulissen. Heimliche Liebesabenteuer, verhängnisvolle Allianzen und gemeine Intrigen gipfelten in Skandal- und Klatschgeschichten über die feine Gesellschaft. 14 Schlösser in Thüringen gewähren an diesem Wochenende Einblicke in die skandalumwitterte Welt des Adels und empfangen ihre Gäste mit einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Programm für die Familie (www.schloessertage.de)
Auch die weiteren Planungen der Kulturangebote des Residenzschlosses in diesem Sommer sind experimentierfreudig und ambitioniert. Vom 24. bis 27. Mai veranstaltet es gemeinsam mit dem Paul-Gustavus-Haus das Stadtmensch-Festival (www.stadtmensch.org). Im Juli schließlich ist eine Hörspielinstallation des vielfach ausgezeichneten Regisseurs und Autors Paul Plamper an der Schlossfassade und auf dem Schlosshof geplant. In der Jahrespressekonferenz Anfang dieses Jahres hatte der Kulturbetrieb in eine Metallbauhalle geladen und den Hinweis gegeben, man „schweiße, schraube und bastele“ an einigen außergewöhnlichen Ausstellungs- und Veranstaltungsformaten für dieses Jahr. Das erste wird nun mit der „Intrige im Goldsaal“ vorgestellt werden.
Karten für die Eröffnungsveranstaltung der „Intrige im Goldsaal“ am 19. Mai um 15 Uhr im Festsaal des Residenzschlosses sind ab sofort erhältlich. Sie werden zum Preis von 8 Euro im Museumsshop des Residenzschlosses und bei der Tourismusinformation Altenburger Land angeboten. Restkarten können am Veranstaltungstag zum Preis von 10 Euro im Residenzschloss erworben werden. In den Preis ist ein Kaffeegedeck sowie, über den Ausstellungseintritt hinaus, der vollständige Schlosseintritt eingeschlossen.