Antonio Vivaldis „Frühling“ im feierlichen Osterkonzert am Theater Rudolstadt

Saalefeld/Rudolstadt. „Der Frühling ist gekommen, und festlich begrüßen ihn die Vögel mit frohem Gesang“, heißt es in dem Gedicht aus den „Vier Jahreszeiten“, das Antonio Vivaldi in seiner vierteiligen Komposition dem „Frühling“ voranstellte.

Triin RuubelKaupo Kikkas 1 warm

Doch nicht nur das Werk des Violinvirtuosen, gespielt von der mehrfach ausgezeichneten estländischen Geigerin Triin Ruubel, lädt am Ostersonntag am Theater Rudolstadt zum Spaziergang durch die Musikgeschichte ein. Auch die Sinfonie in g-Moll von Johann Baptist Vaňhal und Carl Heinrich Grauns Cembalokonzert c-Moll heißen den Lenz willkommen.

Vogelrufe in der Violinstimme, tanzende Nymphen und Hirten verkünden das Ende des Winters. Mit seiner vielfarbigen Naturschilderung aller vier Jahreszeiten schuf Vivaldi für viele Hörer das „Lieblingsstück“ der Programmmusik. Ein hervorragender Geiger war auch der aus Ostböhmen stammende Musiker Johann Baptist Vaňhal. Neben seiner Kompositionstätigkeit traf er sich mit Größen wie Mozart, Haydn und Dittersdorf zur Kammermusik. Vaňhal hinterließ ein Œuvre, darunter über 70 Sinfonien. In der Sinfonie in g-Moll, seiner wohl populärsten, kann man seine kontrastreichen Harmoniekonzepte eindrucksvoll hören.
Carl Heinrich Graun besuchte als Kind die Dresdner Kreuzschule, wo er durch seine wohlklingende Stimme auffiel. Friedrich II., König von Preußen, ernannte ihn 1741 zum Kapellmeister und beauftragte ihn mit der Musikdirektion einer Oper in Berlin. Neben Größen wie Vivaldi und Scarlatti prägte Graun in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Form der italienischen Oper „Opera seria“ maßgeblich mit. Seine Instrumentalwerke, darunter allein 30 Cembalokonzerte, gehören zu den absoluten Raritäten im Konzertsaal. Darunter auch das Cembalokonzert in c-Moll, welches auf dem musikalischen Osterspaziergang im Rudolstädter Stadthaus zu hören sein wird.

Die estländische Geigerin und Konzertmeisterin des „Estnischen Nationalorchesters“, Triin Ruubel, gab in der Spielzeit 2017/18 ihr Deutschland-Debut in der Berliner Philharmonie. Zuvor gewann sie u. a. den Violinwettbewerbs der Kulturstiftung Hohenlohe im Kloster Schöntal im Jahr 2009. Sie ist Trägerin des Publikumspreises des italienischen „Premio Rodolfo Lipizer“ im Jahr 2010 und arbeitete u.a. schon mit den Komponisten Wolfgang Rihm, Peter Ruzicka und Jörg Widmann zusammen.

Am Ostersonntag lässt sie, zusammen mit den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt unter der Leitung von Chefdirigent Oliver Weder, Vivaldis legendäres Werk in Rudolstadt erklingen – und den Frühling erwachen.

Karten für das Konzert am Ostersonntag, den 21. April, um 18 Uhr sind an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

Foto©Kaupo Kikkas