Sonntag, 12. Januar 2020 | 11 Uhr | Rathausdiele Jena

Ensemble für Alte Musik der Jenaer Philharmonie c Peter Jordan

„Bohemian Berlin“ – Musik der Berliner Schule: Unter diesem Motto gestaltet das Ensemble für Alte Musik der Jenaer Philharmonie am Sonntag, 12. Januar um 11 Uhr sein Kammerkonzert in der Rathausdiele.
Im Spannungsfeld zwischen erstarkender Bürgerschaft und herrschendem Adel trafen im 18. Jahrhundert in der Hauptstadt Preußens die besten Komponisten ihrer Zeit aufeinander und befruchteten sich dort gegenseitig in ihrer künstlerischen Arbeit. Mit der barocken Klangsprache aufgewachsen und bestens von ihren Vätern ausgebildet, wurden die Komponisten gesellschaftliche Bindeglieder zwischen Adel und Bürgerschaft, da sie nicht nur in bürgerlichen Kreisen musizierten und lehrten, sondern auch am königlichen Hof eine wichtige Rolle spielten. Egal ob auf der Opernbühne oder im bürgerlichen Salon: Empfindsam, galant, gefühlvoll und zuweilen humorig, aber immer unterhaltsam mussten die Kompositionen sein. Die ersten Bohemians Berlins wussten genau den Geschmack ihres Publikums zu treffen, ohne sich von ihrem hohen künstlerischen Niveau verabschieden zu müssen.
In diesem Konzert wird mit Werken von Johann Gottlieb Graun, Carl Heinrich Graun, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Christian Bach, Johann Philipp Sack, dem „Herrn von H.“ und Johann Joachim Quantz die bürgerliche Liedkunst und die königliche Hofoper in barocker Tradition gegenübergestellt und ein lebendiges Bild des Berliner Musiklebens des 18. Jahrhunderts gezeichnet.
Tickets für das Konzert sind erhältlich bei der Jena Tourist-Information, online unter www.jenaer-philharmonie.de sowie ab eine Stunde vor Konzertbeginn an der Tageskasse am Veranstaltungsort.
Studierende der Friedrich-Schiller-Universität und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena erhalten im Rahmen des Kulturtickets unter Vorlage der thoska Eintritt zum Konzert.
Das Programm im Detail
Johann Gottlieb Graun (1703-1771): Ouvertüre in D-Dur GraunWV A:XI:7
Carl Heinrich Graun (1704-1759): „Tra le procelle assorto“ Arie der Cleopatra aus dem Dramma per musica „Cleopatra e Cesare“
Carl Heinrich Graun : „Parti pure l’ingrato – Regina non sono“ Rezitativ und Arie der Armida aus dem Dramma per musica „Armida“
Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Divertimento in D-Dur H. 641 für Flöte, Violine, Viola und Basso continuo
Johann Gottlieb Graun: Triosonate in B-Dur GraunWV A:XV:16 für Violine/Flöte, Viola und Basso continuo
Carl Heinrich Graun: „Al mio dolor tiranno“ Arie der Semiramide aus dem Dramma per musica „Semiramide“
Johann Christian Bach (1735-1782): Blest with Thee, My Soul’s Dear Treasure W.G 7
Johann Philipp Sack (1722-1763): Bild einer vornehmen Dame in B. aus Friedrich Wilhelm Marpurg (Hrsg.): Kritische Briefe über die Tonkunst, Berlin 1760
„Herr von H“: Die Küsse aus Friedrich Wilhelm Marpurg (Hrsg.): Kritische Briefe über die Tonkunst, Berlin 1760
Johann Joachim Quantz (1679-1773): Quartett in D-Dur QV 4:8 für Traversflöte, Violine, Viola und Basso continuo
Friederike Beykirch, Sopran Pia Scheibe, Traversflöte Andrea Schmidt, Barockvioline Anne-Marei Holter, Barockviola Gertrud Ohse, Barockvioloncello Julia Chmielewska-Ulbrich, Cembalo

Foto: Peter Jordan