Tanzende Faune, schottische Königinnen und ein leidenschaftliches Cello im Sinfoniekonzert

Rudolstadt/Saalfeld. Wer überschritt als erster die Schwelle der Tonalität? Es war der Franzose Claude Debussy. Doch er öffnete die Tür zur atonalen Tonwelt auf eine so lyrische Weise, dass man ihm als Zuhörer gerne folgt. Im 3. Sinfoniekonzert der Thüringer Symphoniker am 15. und 16. November im Meininger Hof Saalfeld erklingt seine Tondichtung „Prélude à l’après-midi d’un faune“ zusammen mit Werken von Camille Saint-Saëns und Felix Mendelssohn Bartholdy. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

3 Siko Valentino Worlitzsch c Felix Broede presse

Debussys „Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns“ beginnt mit einem tonalen Dämmerzustand: Ein Flötensolo beschwört über einem Klangteppich aus Streichern und Harfe die mythische Welt des Fauns herauf. Ein symbolistisches Gedicht von Stéphane Mallarmé, in dem die erotischen Fantasien eines dahindämmernden Fauns beschrieben werden, hatte Debussy zu der Komposition angeregt. Knapp 20 Jahre nach der Uraufführung brachte es der Tänzer Vaslav Nijinsky 1912 für das legendäre Ensemble Balletts Russes in Paris auf die Bühne, ein Skandalerfolg, der an jenen der Komposition anknüpfte. Im Meininger Hof werden das Tanzpaar Cristina Voce und Alexander Teutscher (Berlin) während des Sinfoniekonzerts mit einer eigenen Choreografie zu erleben sein.

Das anschließende Cellokonzert a-Moll von Camille Saint-Saëns bricht 1894 mit weiteren Hörgewohnheiten: Anstatt einer Einleitung durch das Orchester beginnt nach einem Akkord sofort der Solist mit einem Solo. Der junge Saint-Saëns schuf ein leidenschaftliches und zugleich technisch anspruchsvolles Konzert mit nahtlosen Übergängen zwischen den drei Sätzen, mit dem sich der junge Cellist Valentino Worlitzsch, Gewinner des deutschen Musikwettbewerbs 2016 und Solocellist des hr-Sinfoniekorchesters, erstmals dem Publikum in Saalfeld vorstellt.

Weit von seinem Vorbild Beethoven entfernte sich wiederum Felix Mendelssohn Bartholdy in seiner „Schottischen Sinfonie“. Die Idee für die Musik kam dem Komponisten, als er die legendenumwobenen Wohnorte der Maria Stuart im schottischen Hochland besichtigte.

Dirigent der beiden Abende ist Nicolás Pasquet. Der Professor an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar dirigierte u. a. die NDR Radiophilharmonie, die Philharmoniker Hamburg und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Karten für die Konzerte sind an den üblichen Vorverkaufsstellen, über die Internetseite des Theaters sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

Foto: Worlitzsch©Felix Broede