Rudolstadt/Saalfeld. Malerisches 4. Sinfoniekonzert der Thüringer Symphoniker

Anush Nikogosyan2Narek Harutyunyan

Eine seltene künstlerische Doppelbegabung zeichnet gleich zwei Komponisten des 4. Sinfoniekonzerts am kommenden Wochenende in Saalfeld aus. Sibelius und der weniger bekannte Čiurlionis konnten Farben hören, letzterer auch Töne sehen. Welche musikalischen Kunstwerke dabei entstehen können, lassen die Thüringer Symphoniker am 18. und 19. Januar, jeweils 19.30 Uhr, im Meininger Hof hören. Außerdem erklingt die sechste und zugleich letzte Sinfonie von Peter Tschaikowsky, dirigiert von Oliver Weder. Zu Gast ist zum wiederholten Mal die international gefragte Violinistin Anush Nikogosyan.

Der aus dem spätromantischen Kompositionsstil kommende Litauer Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) schuf eine einzigartige Synthese von Malerei und Musik. Während viele seiner weithin geschätzten Gemälde Namen tragen wie „Frühlingssonate“, „Meeressonate“ oder „Sonnensonate“, und er so den Begriff „Sonatenmalerei“ prägte, besticht seine Musik durch üppige Klangbilder. Auch die Sinfonische Dichtung „Im Walde“ spiegelt Čiurlionis’ tiefe Liebe zur Natur wider. Wie Malerei und Musik für ihn untrennbar zusammengehörten, wird in diesem Sinfoniekonzert deutlich: Das große Orchesterwerk begleiteten projizierte Bilder.

Der Finne Jean Sibelius verfügte ebenfalls über die außergewöhnliche Begabung des „Farbenhörens“, fand Inspirationen in der Natur. Sein Konzert für Violine und Orchester, das eine spätromantisch-lyrische Klangsprache mit skandinavischer verbindet, gehört zu den meist aufgeführten Violinkonzerten des 20. Jahrhunderts. Es verlangt von der Solistin Virtuosität, aber auch Durchsichtigkeit und Klarheit ihres Spiels. Interpretiert wird es von der armenischen Geigerin Anush Nikogosyan. Die international gefragte Konzertsolistin war 2018 unter anderem bei den Dresdner Musikfestspielen zu hören.

Die große Sinfonie des Abends stammt aus der Feder von Peter Tschaikowsky. Mit ihrer sinnlichen Expressivität und geheimnisvollen Düsterkeit trägt die 6. Sinfonie „Pathétique“ in h-Moll Züge eines Requiems. An ihrem Ende steht ein Adagio lamentoso, das schließlich wie eine traurige Vorahnung auf den Tod, der Tschaikowski neun Tage nach der Uraufführung ereilte, im Nichts verklingt. Er selbst bezeichnete das Werk als „Schlussstein“ seines ganzen Schaffens.

Karten für das 4. Sinfoniekonzert, am 18. und 19. Februar, jeweils 19.30 Uhr im Meininger Hof Saalfeld, sind an den üblichen Vorverkaufsstellen sowie telefonisch unter 03672/422766 erhältlich.

Foto©Narek Harutyunyan