Am 7. und 8. März feiert die Reihe DER KLANG VON JENA Beethovens 250. Geburtstag auf ganz besondere Art. Unter dem Titel „Beethoven und unsere Umwelt“ spürt die Jenaer Philharmonie ein ganzes Wochenende lang mit vielfältigen Aktionen zum Mitmachen und Mithören dem heutigen Verhältnis von Mensch und Natur nach.

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Beethoven, ein großer Naturfreund, nahm sich in einer seiner berühmten Sinfonien, der „Pastorale“, die Natur als Inspiration und Vorbild. Wäre er heutzutage ein Umweltschützer? Vermutlich. Zumindest läge ihm der bewusstere Umgang mit der Natur bestimmt sehr am Herzen.
Den Auftakt von DER KLANG VON JENA macht am Samstag, den 7. März um 11 Uhr der Leutraputz. Gemeinsam mit der Initiative Kiez West e.V. und der Bürgerstiftung Jena wird die Leutra von Müll befreit, aus dem wiederum mit Unterstützung der Mobilen Musikwerkstatt Jena am nächsten Tag im Volkshaus Instrumente gebaut werden.
Ebenfalls am 7. März, von 13 Uhr bis 16 Uhr, verwandelt das Zugprojekt „Moving Landscapes“ die Zugstrecke zwischen Jena und Weimar in den längsten Orchestergraben der Welt. SängerInnen und MusikerInnen auf Feldern, Wegen, in Vorgärten oder auf Hausdächern singen und musizieren für jeden vorbeifahrenden Zug. Es ertönt Beethovens „Ode an die Freude“, die von den Reisenden über ein Radiosignal im Zug empfangen werden kann. Das Projekt ist eine Idee der beiden Medienkünstler und Professoren an der Bauhaus-Universität Weimar Jörn Hintzer und Jakob Hüfner, die bereits mit dem Vorgängerprojekt „Bewegtes Land“ für volle Züge und skurrile Bildwelten gesorgt haben. Mit von der Partie bei den zwölf Inszenierungen für zwölf vorbeifahrende Züge sind Mitglieder der Chöre der Jenaer Philharmonie, der Chor Chorissimo, der Foxy Chor, der Großschwabhausener Männerchor sowie die Brassband BlechKLANG und viele andere. Zugkonzert-Interessierte müssen einfach eine Fahrkarte lösen und einsteigen.

Land, Natur und Umwelt sind auch zentral für die drei Konzerte, die am Sonntag,
den 8. März im Volkshaus geboten werden.

Rasant und rhythmisch eröffnet das „Garbage Concerto“ von Jan Järvlepp um 11 Uhr den Tag (Altersempfehlung ab 5 Jahre). Fünf Perkussionisten spielen zusammen mit der Jenaer Philharmonie auf Instrumenten hergestellt aus Abfall. Um 14 Uhr präsentieren 100 Schülerinnen und Schüler des Christlichen Gymnasiums Jena und der Regelschule „An der Via Regia“ Berlstedt beim Schulprojekt Response „Naturklänge – Klänge der Natur“ ihre eigenen Kompositionen. Auch ARTIST IN RESIDENCE Lise de la Salle, die später im Sonntagskonzert zu erleben ist, beteiligt sich am Projekt und wird mit Henri Dutilleux‘ „Le jeu des contraires“ am Klavier hörbar machen, wie sich ein zeitgenössischer Komponist von Naturphänomenen inspirieren lässt.
Das Sonntagskonzert der Jenaer Philharmonie um 17 Uhr unter der Leitung von Generalmusikdirektor Simon Gaudenz widmet sich dann ganz dem Jubilar Ludwig van Beethoven. Solistin in seinem Klavierkonzert Nr. 5 ist die Pianistin Lise de la Salle, die sich in Jena bereits eine große Fangemeinde erspielt hat. Und als Abschluss – wie sollte es anders sein – erklingt dann auch seine 6. Sinfonie, die „Pastorale“.
Ergänzt wird der Tag durch die im Leuchtturm Jena stattfindende Podiumsdiskussion „Nachhaltige Musikkultur – unmöglich oder umsetzbar“ in Kooperation mit der LAG Songkultur Thüringen e.V. Hier be- und hinterfragt sich die Festival- und Veranstaltungsszene selbst hinsichtlich eines der aktuellsten Themen unserer Zeit. Der Kinofilm „Captain Fantastic“ um 20:30 Uhr im Kino am Markt wirft zum Abschluss einen humorvollen aber auch eindrücklichen Blick auf die Widersprüche bei dem Versuch, ein Leben im Einklang mit der Natur zu führen.

Das gesamte Programm im Überblick: www.jenaer-philharmonie.de

Bild: DER KLANG VON JENA (c) Jenaer Philharmonie, P. Mühlfriedel