Gera. Lebensechte Figur samt Kleidung und Ausrüstung in Sonderausstellung in Geraer Stadtmuseum

29. Mai bis 01. September 2019

Oetzi Figur

Am 19. September 1991 fand ein Bergsteigerehepaar einen gefriergetrockneten Leichnam in den Ötztaler Alpen. Etwa 5000 Jahre hatte der Gletscher die Leiche des Mannes und seine gesamte Ausstattung konserviert und bewahrt. „Ötzi“ – der Mann aus dem Eis – ist einer der faszinierendsten und zugleich bedeutendsten archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte.

Ab 29. Mai präsentiert das Stadtmuseum Gera eine Sonderausstellung über den berühmten Gletschermann. Ausgangs- und Mittelpunkt der Ausstellung ist eine lebensechte Figur des Ötzi samt Kleidung und Ausrüstung. Der hervorragende Erhaltungszustand der Mumie und ihrer Habseligkeiten erlaubte es, die komplette Ausrüstung des Ötzi Schritt für Schritt aus Originalmaterialien nachzubauen. Die Ausstellung bietet damit faszinierende Einblicke in die Lebenswelt und technischen Fähigkeiten der Menschen am Ende der Jungsteinzeit. Ausgehend von den Rohstoffen und Materialien, die Ötzi zur Verfügung hatte, werden die Prozesse und Methoden bei der Herstellung seiner Waffen und Gerätschaften gezeigt.

So verwendete Ötzi nicht weniger als zwei Dutzend Rohmaterialien für seine Kleidung und Ausrüstung. Neben Waffen und Werkzeugen aus Feuerstein trug Ötzi bereits ein Beil mit einer Kupferklinge und stand damit zugleich am Beginn der ersten Metallkultur der Menschheit – der Kupferzeit. Rätselhaft bleibt das tragische Ende des Gletschermannes. In seinem Brustkorb fand sich die Spitze eines von hinten auf ihn abgeschossenen Pfeiles. Ötzi starb eines gewaltsamen Todes.

Die Ausstellung wurde vom Neanderthal Museum in Mettmann (Nordrhein-Westfalen) konzipiert.

Zur Eröffnung im Stadtmuseum Gera am 28. Mai um 18.00 Uhr sind alle Interessenten herzlich eingeladen.

Foto: Stiftung Neanderthal Museum