Neue Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst im Mittelpavillon der Orangerie vom 21. Oktober bis 25. November

Eine neue Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst „Nadja Schütt: Idyll. Installation und Video“ präsentiert die Geraer Kunstsammlung im Mittelpavillon der Orangerie vom 21. Oktober bis 25. November. Die Eröffnung ist am Samstag 20. Oktober, 16 Uhr, in der Orangerie mit einer Tanzperformance von Kate Fitzgerald (Melbourne/Berlin). Mit der neuen Ausstellung setzt die Kunstsammlung Gera das Ausstellungssegment mit zeitgenössischer Kunst im Mittelpavillon der Orangerie fort. Die Kunstsammlung Gera verfolgt das Schaffen der 1981 in Gera geborenen Künstlerin Nadja Schütt seit vielen Jahren sehr aufmerksam und bezog bereits einzelne Arbeiten von ihr in unterschiedliche Ausstellungszusammenhänge ein. Nach Abschluss der Hochwassersanierung und Wiedereröffnung der Orangerie in diesem Jahr, konnte die Kunstsammlung Gera die Künstlerin endlich zu einer Einzelausstellung in den Mittelpavillon einladen. Nadja Schütt ist Videokünstlerin und beschäftigt sich seit einigen Jahren auch mit dem klassischen Medium des Hochdruckes. Unter Verwendung aktueller druckgrafischer Arbeiten hat sie für die spätbarocke Orangerie eine ortsspezifische Installation entwickelt, die durch ein Ensemble an Videoarbeiten aus den Jahren 2005 bis 2010 ergänzt wird. Mit der Ausstellung wird der Charakter ihrer künstlerischen Position verdeutlicht.
Die Künstlerin hat ihre Ausstellung in der Geraer Orangerie mit dem romantisch erscheinenden Titel „Idyll“ überschrieben, das einerseits als Anspielung auf den konkreten Ort aufgefasst werden kann. Das historische Gebäude mit dem angrenzenden Küchengarten stellt zweifelsohne ein reizvolles Ensemble aus Architektur und gestaltetem Landschaftsraum dar. Andererseits widersetzten sich die Arbeiten unserer hinlänglich gebrauchten Vorstellung von Idyll und dem harmonisch verklärten, beschaulichen und friedvollen Leben, denn Kunst spielt mit unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen, braucht den Widerstand der Sinne, die geistige Reibung, die Auseinandersetzung mit der sinnlich erfahrbaren künstlerischen Gestalt und die Ausdeutung durch den menschlichen Verstand.

Die heute in Berlin lebende Künstlerin thematisiert in ihren Arbeiten vielschichtige Phänomene des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft wie Wertewandel und Auflösung von Zuständen, Chaos und Ordnung, Einsamkeit und soziale Einbindung, Heimatlosigkeit und kulturelle Identität. Aus dem dynamischen Getriebe der großstädtischen Metropole kehrt Nadja Schütt mit ihrem künstlerischen Werk an die eigenen biografischen Wurzeln zurück.
Die Bandbreite der Ausstellung ist weit gespannt und die Künstlerin hat verschiedene Arbeiten miteinander verknüpft und in neue Zusammenhänge gebracht. Am Beginn steht die modifizierte ironische Installation „Hütte-Idyll, Berliner Wohnungsmarkt“, in die die hintersinnig-narzisstische Videoarbeit „Mädchen am Tümpel“ eingebunden wurde. In einer scheinbaren Schutzhütte ist eine junge Frau zu sehen, die die Selbsterfahrung lediglich im eigenen Spiegelbild findet. Im Festsaal der Orangerie wird eine sinnenfreudige Rauminstallation präsentiert, die den großzügigen Saal bewusst räumlich anders strukturiert und neben den grafischen Drucken mit Verhüllungsthematik der Künstlerin, die Bewegung des Besuchers einkalkuliert.
Im ehemaligen grünen Salon begegnet man der wandfüllenden Videoprojektion „Stier“, die in flirrender Neonfarbigkeit einen Loop mit einem scheinbar kräftegleichen Kampf zwischen Mensch und Tier zeigt. Doch bei genauer Betrachtung scheitert das mächtige, an Kraft und Schnelligkeit überlegene Tier an der einzigartigen Fähigkeit des Menschen mit Verstand todbringende Waffen einzusetzen und den ungewissen Ausgang des Kampfes zu seinen Gunsten zu entscheiden.
Die Ausstellung und somit das Engagement um junge zeitgenössische Kunst wurde durch den Verein der Freunde und Förderer der Kunstsammlung Gera/Otto-Dix-Haus e.V. unterstützt.
Kunstsammlung Gera, Orangerieplatz 1, 07548 Gera
Telefon: +49(0)365 838 42 50, Telefax: +49(0)365 838 42 55
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / www.gera.de
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage 12-17 Uhr