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Startseite Freizeit Veranstaltungskalender Mai2011 20.05.-22.05.-Theatertipps zum Wochenende
20.05.-22.05.-Theatertipps zum Wochenende

Bundesweiter Aktionstag KULTUR GUT STÄRKEN
Theater&Philharmonie Thüringen beteiligt sich am ersten bundesweiten Aktionstag des Deutschen Kulturrates „Kultur gut stärken“ am Wochenende 21. / 22. Mai. Abgesehen von den sieben Vorstellungen bzw. Konzerten, die am Samstag und Sonntag in Altenburg und Gera auf dem Spielplan stehen, wird es jetzt mit Unterstützung des Altenburger Theatervereins als Veranstalter zum Tag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai drei zusätzliche Kammerkonzerte im Altenburger Land geben. Diese finden jeweils um 15.00 Uhr im Gemeindesaal auf Schloss Löbichau mit dem Sonus-Posaunenquartett und in der Orangerie Meuselwitz mit dem Trio en passant sowie um 16.00 Uhr im Galeriesaal des Rathauses in Schmölln mit Caliope Braumann-Badea (Violine) und Hinrich Steinhöfel (Klavier) statt. Karten sind unmittelbar vor dem Konzert vor Ort erhältlich.
Damit setzt der Orchestervorstand zugleich seine von den beiden Altenburger Gesellschaftern der Theater-GmbH begrüßte Akzeptanzoffensive für Theater&Philharmonie Thüringen und insbesondere sein Orchester im Umland fort.
Der Aktionstag „Kultur gut stärken“ findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Bundesweit rufen große und kleine Kulturinstitutionen wie Bibliotheken, Theater oder Museen sowie Einzelpersonen des kulturellen Lebens zu Aktionen für kulturelle Vielfalt und gegen Kulturabbau in Deutschland auf. Auf diese Weise soll die Notwendigkeit kultureller Vielfalt in ganz Deutschland angemahnt werden. Gemeinsam machen sich die Kulturbürger stark für den Erhalt des kulturellen Reichtums in Deutschland.

Gera
Goethes „Faust“ in der Fassung von Regisseurin Amina Gusner und Chefdramaturgin Anne-Sylvie König ist am Freitag, 20. Mai, um 19.30 Uhr im Großen Haus Gera zu sehen. Es spielen: Heiko Senst (Faust), Frank Voigtmann (Mephisto), Vanessa Rose (Gretchen), Anne Keßler, Judith Mauthe, Helen Schröder, Eva Verena Müller, Rüdiger Rudolph, Manuel Kressin, Jochen Paletschek, David Lukowczyk. Musik: Eva Verena Müller (Musikalische Leitung und Gesang), Olav Kröger (Piano), Stefan Berger (Kontrabass).

Faust ist mehr als die Geschichte eines Mannes, der genug hat von Gelehrsamkeit, Wissenschaft und Rationalität und erst einen Pakt mit dem Teufel schließen muss, um sich Sinnlichkeit, Kontrollverlust und Intuition leisten zu können. Faust ist die Geschichte einer auf den Säulen der patriarchalischen Gesellschaft stehenden Zivilisation, bei der Gefühle, soziales Verhalten und Empathie im Verhältnis zu Erfolg und Macht eine nur untergeordnete Rolle spielen, obwohl sie lebenswichtig sind für den Menschen. Der Seelenzustand von Faust ist durch die Einseitigkeit seines Lebens derart außer Balance geraten, dass er zwischen Todessehnsucht, Schlaflosigkeit und stimulierenden Substanzen, zwischen seiner Leere und ultimativen Sinnsuche, zu zerbrechen droht. Als er sein eigenes Vakuum nicht mehr ertragen kann, fällt er mit des Teufels Hilfe von einem Extrem ins andere. Ein wahrer Teufelskreis ohne Ausweg beginnt, begründet in der Dämonisierung von Libido und von Ausstieg aus Leistungsnormierung und Wissensabsolutismus – virulent als Goethe die ultimative Tragödie der deutschen Klassik schrieb und ebenso aktuell heute.

Zum nächsten Theatercafé lädt die Gesellschaft der Theater- und Konzertfreunde Gera e. V. am Samstag, 21. Mai, um 14.30 Uhr, in die Bühne am Park Gera ein. Dagmar Kunze und Günter Markwarth begrüßen als Moderatorin des Nachmittags vier musikalische Gäste, aus dem Musiktheaterensemble Katrin Strocka und Bernhard Hänsch, Schauspielkapellmeister Olav Kröger sowie Chordirektor Ueli Häsler mit Mitgliedern des Philharmonischen Chores.
Karten sind an der Theaterkasse erhältlich. Im Kartenpreis sind Kaffee bzw. Tee und Kuchen sowie ein Glas Sekt für die Pause inbegriffen.

Am Samstag, 21. Mai, um 19.30 Uhr, steht die Oper „Dido und Aeneas“ von Henry Purcell und Generalmusikdirektor Howard Arman auf dem Spielplan im Großen Haus. Es ist die letzte Aufführung dieser außergewöhnlichen Inszenierung, die Altes mit Neuem und Elemente des Schauspiels mit Musiktheater verbindet. Regisseur Philipp Kochheim nimmt die antike Sage, arbeitet deren zeitlose Aktualität heraus und schrieb zur Verdeutlichung der Zeitebenen einen gesprochenen Prolog.

Der Schauspieler Wolfgang Jahn tritt als Aeneas´ Alter Ego auf - kramt in seiner Sammlung von Tonbändern, die er selbst im Laufe seines Lebens besprochen hat – liebgewordene, aber auch schmerzliche Erinnerungen aus weit zurückliegenden Zeiten. Vor seinem inneren Auge sieht er das Bild seiner großen Liebe, die einst tragisch endete: Dido. Das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart ist ein ganz besonderes. Nimmt man sich einmal die Zeit, das Geschehene Revue passieren zu lassen, so erkennt man richtige und falsche Schritte, die man im Leben gemacht hat, sieht die oft schmerzvollen Resultate falscher Entscheidungen, und kann tragische Wendungen retrospektiv doch nicht mehr ändern … Dieses Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart ist eines von biographischen und historischen Zeitrelationen, von Musikepochen und -stilen, aber auch von künstlerischen Bezugsfeldern. Karten sind noch erhältlich.

Zu einer Liedermatinee mit Kammersänger Teruhiko Komori lädt die Gesellschaft des Theater- und Konzertfreunde Gera e. V. am Sonntag um 11.00 Uhr ins Konzertsaalfoyer ein. Am Flügel begleitet Takahiro Nagasaki den Bariton bei Liedern von Hugo Wolf, Hans Pfitzner und Robert Schumann. Karten für 10,- Euro sind an der Theaterkasse erhältlich, für Mitglieder kostet der Eintritt 8,- Euro. Die Einnahmen fließen in die Aktion der Theaterfreunde für neue Sitzgelegenheiten in den Foyers.

Am Sonntag, 22. Mai, findet in der Salvatorkirche auf dem Nicolaiberg in Gera um 9.30 Uhr ein Theater-Gottesdienst statt. Im Mittelpunkt steht die Story „Schnee und Schutt“ aus Ingo Schulzes Roman „Simple Storys“. Der Schauspieler David Lukowczyk spielt diese Geschichte aus seinem Soloabend.

WOODSTOCK - der Nachfolger der Beatles-Show „All you need is Beat“– erlebte seine gefeierte Uraufführung am 16. Oktober 2009 im Landestheater Altenburg und am 18. Dezember 2009 seine Geraer Premiere. Dem Team um Regisseur Frank Leo Schröder, Edda Leesch und den musikalischen Leiter Ralf Schrabbe gelang damit erneut ein absoluter Treffer: die Inszenierung riss zwei Spielzeiten lang bereits über 15.000 Besucher von den Sitzen. Das Schauspiel mit Musik kam genau richtig zum 40. Jubiläum der „Music and Arts Fair“, zu der im August 1969 hunderttausende junge Amerikaner auf die Wiesen des Farmers Max Yasgur strömten. Die Vorstellung am Sonntag, 22. Mai, um 19.30 Uhr, ist die für diese Spielzeit letzte im Großen Haus Gera. Ein Ensemble aus zwölf jungen Sängerinnen und Sängern und eine Liveband bringen nochmals den Sound und die Atmosphäre des Festivals auf die Bühne.

Altenburg
„Round about Bach“ geht es im 7. Philharmonischen Konzert am Freitag, 20. Mai, ab 19.30 Uhr im Landestheater Altenburg. Zu Lebzeiten wurde Johann Sebastian Bach als Virtuose, Organist und Komponist hochgeschätzt. Nach seinem Tod geriet Bachs Œuvre für einige Zeit in Vergessenheit. Wiederentdeckt wurde er von den Romantikern im 19. Jahrhundert. Seitdem gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik. Viel zu seiner heutigen Popularität beigetragen haben die zahlreichen Adaptionen Bachscher Werke durch nachgeborene Komponisten. Im 7. Philharmonischen Konzert erklingen Adaptionen und Paraphrasen, Seriöses und Populäres, notierte Werke und Improvisationen, beeinflusst von der Zweiten Wiener Schule bis zum Jazz.

Generalmusikdirektor Howard Arman wird nicht nur als Dirigent des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera zu erleben sein, sondern auch als Pianist. Mit Richie Beirach wurde dazu einer der ganz großen Jazz-Pianisten gewonnen. Der US-Amerikaner absolvierte zunächst in Boston eine klassische musikalische Ausbildung. Heute zählt er zu den prominentesten Vertretern seiner Zunft. Seit 2000 lebt Beirach in Leipzig und ist Professor für Jazz-Klavier an der Hochschule für Musik »Felix Mendelssohn Bartholdy«. An der E-Gitarre ist John Arman zu erleben, geboren 1986 in Innsbruck. Der Sohn von Howard Arman studierte am Tiroler Landeskonservatorium Gitarre und gewann die Österreich weit ausgetragene Marianne Mendt Audition junger Talente. Es folgten Konzerte mit Corey Wilkes, Andy McKee, Adam Holzman, Wendell Harrison, Peter Herbert, Charly Haynes, Florian Bramböck, Matthias Pichler u.a. Bereits 18.45 Uhr gibt Howard Arman eine Einführung.

In Kooperation zeigen JugendTheARTerWelt e. V. und Theater&Philharmonie Thüringen für Zuschauer ab 9 Jahre das Stück „Irgendwie Anders“ heraus. Die nächste Vorstellung ist am Samstag, 21. Mai, um 16.00 Uhr im Theater unterm Dach. In ihrem Stück, das frei nach Hans Christian Andersens Märchen „Das hässliche junge Entlein“ entstand, beschäftigen sich 9 Kinder – die Jüngsten aus dem Schauspielkurs des Vereins – mit zwischenmenschlichen Beziehungen, Umgangsformen und Toleranz. Das hässliche Entlein – gespielt von Sascha Kranz – versucht seinen Platz im Leben zu finden. Das erweist sich als gar nicht so einfach, da das Entlein wirklich nicht gerade sympathisch ist. Eine wunderschöne Blume (Maximiliane Liebsch) macht das Entlein immer wieder ehrlich auf seine Fehlerchen aufmerksam. Die beiden schließen eine Wette ab, ob das Entlein jemals seinen Platz in der Welt finden wird. Sie machen sich gemeinsam auf den Weg und treffen auf die unterschiedlichsten Zeitgenossen, so auf die Frösche und die schwer arbeitenden Biber. Die rockige Geschichte wird mit Herz und Spaß von den jungen Darstellern erzählt und ist ein Erlebnis für Jung und Alt.

Zur zweiten Vorstellung des Stücks „Puzzle Babylon – Die sieben Todsünden“ von Amina Gusner und Anne-Sylvie König am Sonntag, 22. Mai, um 19.30 Uhr gilt die Offerte THEATERTAG, das heißt jede Karte ist für 12 Euro zu haben. Im Brennglas stehen zwölf Menschen, die an einem Ort irgendwo in der urbanen modernen Welt leben und kommunizieren – und im digitalisierten, technisierten und schnellen globalisierten Lebensrhythmus des 21. Jahrhunderts weiter lieben, sehnen, hoffen. Die ins Visier geratenen kennen sich nicht, werden aber durch einen Menschen, der durch ein einschneidendes Ereignis eine komplette Veränderung des Blickwinkels erfahren hat, in ein Netzwerk der Beziehungen und Verflechtungen gebracht.

Er steht mit allen, deren Leben in sein Scheinwerferlicht gekommen ist, in Beziehung, was sich Puzzlestück für Puzzlestück, Episode für Episode am Beispiel der sieben Todsünden zu einem babylonischen Komplettbild verdichtet. Die sieben Todsünden stehen und fallen mit der Perspektive: Wollen wir weiter das Übermenschliche als Zielsetzung nehmen, oder werden wir frei, die Schönheiten des Lebens jenseits von Hybris, Gier, Fremdbestimmung und Maßlosigkeit zu entdecken. In dem hoch musikalischen, choreografischen und filmischen Ensembleabend ist jede Todsünde ein Kapitel und die Summe von allen ein Menschengemälde dieser Zeit, mit Komik, Gesang und Tanz.
Es spielen: Anne Keßler, Judith Mauthe, Vanessa Rose, Mechthild Scrobanita, Alice von Lindenau, Henning Bäcker, Bruno Beeke, Manuel Kressin, David Lukowczyk, Jochen Paletschek, Peter Prautsch, Rüdiger Rudolph und Olav Kröger (Klavier), Raphael Beil (Gitarre).

Am Sonntag, 22. Mai, findet um 19.30 Uhr im Heizhaus des Landestheaters Altenburg das nächste Kammerkonzert statt. Unter dem Motto „Überwiegend heiter“ präsentieren Bläser des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera unterhaltsame Kammermusik aus drei Jahrhunderten. Dabei wird Außerordentliches zu hören sein: So erklingen unter anderem Beethovens 5. Sinfonie im Bossa-Nova-Rhythmus oder Bearbeitungen bekannter Arien aus Mozart-Opern. Gespannt sein darf man auch auf eine Unterhaltung zwischen Ratte, Biber und Bär. Schauspielkapellmeister Olav Kröger steuert die Komposition „Miteinander-Gegeneinander“ bei.

Es musizieren Kathrin Osten (Flöte), Andreas Ebert (Oboe), Uwe Knaust und Karsten Hetzel (Klarinette), Sybille Casper und Matthias Weigel (Horn), Tobias Meier und Michael Böhme (Fagott). Der Solo-Kontrafagottist Michael Böhme übernimmt es auch, durchs Programm zu führen.
Karten sind an der Theaterkasse erhältlich. Das Konzert ist in der Flatrate inbegriffen – das bedeutet, wer eine Flatratecard erworben hat, hat auch jedes Kammerkonzert in dieser Spielzeit bereits bezahlt und muss sich nur noch die Karte an der Theaterkasse aushändigen lassen. Informationen zur Flatrate im Besucherservice.

 

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