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Opernausgrabungen ULENSPIEGEL + WALLENSTEIN in Gera - Schauspielpremiere EINSAME MENSCHEN in AltenburgGera
Gera Opernentdeckungen des 20. Jahrhunderts haben bei Theater&Philharmonie Thüringen Tradition und locken Publikum nicht nur bundesweit, sondern sogar aus Österreich oder Tschechien nach Ostthüringen. Um gleich zwei dieser Raritäten bei einem Besuch in Ostthüringen genießen zu können, ergab sich jetzt die Möglichkeit, ein “Opernausgrabungswochenende” aufzulegen. So kann man an den Bühnen der Stadt am Freitag um 19.30 Uhr die neueste Ausgrabung “Ulenspiegel” von Walter Braunfels sehen und am Sonntag um 14.30 Uhr – übrigens zum letzten Mal - Jaromir Weinbergers “Wallenstein”. Regie führte Generalintendant Matthias Oldag. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung von Jens Troester.
Die deutsche Erstaufführung von „Wallenstein“ am 23. Oktober 2009 in Gera wurde von Presse und Publikum mit höchstem Lob bedacht. „Eine lohnende Ausgrabung, der man viele Zuschauer und einen CD-Mitschnitt wünscht“, urteilte Karin Coper im Opernmagazin „orpheus“. Auch der „Ulenspiegel“ wird in dieser Weise von den Rezensenten gewürdigt. „Es gab am Ende viel Beifall für eine überzeugend gelungene Ausgrabung“, schreibt Joachim Lange in der „Thüringer Allgemeinen“ und Peter P. Pachl lässt in der Neuen Musikzeitung online verlauten: „ … die Premiere in Gera war ein echter Erfolg: kein Widerspruch trübte den Jubel der rhythmisch applaudierenden, von weither angereisten Opernenthusiasten.“ Karten sind noch erhältlich. Jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn lädt Musikdramaturg Felix Eckerle zu einer Einführung in den Chorsaal ein.
Wegen Erkrankung können die geplanten Vorstellungen des Puppenspiels „Die Prinzessin und die kleine Laterne“ nicht gezeigt werden. Dafür heißt es nun am Samstag, 5. Februar, um 16 Uhr und am Sonntag, 6. Februar, um 10 Uhr im Haus am Gustav-Hennig-Platz „Bei Kaspers wird der Kaffee kalt“. Warum das immer wieder passiert, können Kinder ab 5 Jahre in diesem Handpuppenspiel selbst miterleben: immer wenn sich der Kasper bei seiner Gretel gemütlich am Tisch niederlassen will, ruft ihn ein neues Abenteuer hinaus in die Welt. Puppenspieler Jochen Haferburg hat alle Hände voll zu tun.
Die Ergebnisse des Werkraums „EinRäumen“ der TheaterFABRIK werden am Sonntag, 6. Februar, um 16.00 Uhr in der Tonhalle Gera präsentiert. Der Eintritt ist frei. Wie hört sich ein kalter Raum an? Wie kann man Atmosphäre so erschaffen werden, wie man sie haben möchte? Wie sieht eine leichte Brise in einem Raum aus? Der Werkraum findet unter Leitung von Petra Linsel statt, die als Bühnen- und Kostümbildnerin bei Theater&Philharmonie Thüringen tätig war und zurzeit ein Szenografie-Studium in Basel absolviert.
Altenburg Die TheaterFABRIK zeigt am Samstag, 5. Februar, um 19.30 Uhr im Heizhaus ihre Inszenierung „Ludvig“ nach einem Roman von Katarina von Bredow. Die vier SpielerInnen Jenifer Brück, Saskia Rudat, Christan Poser und Wilhelm Wittig erzählen die Geschichte einer heimlichen Liebe, die gegen die Konventionen immer weiter wächst. Regie führt TheaterFABRIK-Leiterin Tabea Hörnlein, für die Musik zeichnet Matthias Pick und für die Ausstattung Daniela Putz. Zimmer an Zimmer, nur getrennt durch eine dünne Wand, leben Amanda und Ludvig. Als Geschwister miteinander aufgewachsen, sehen sie sich mit ihren aufkeimenden Gefühlen füreinander konfrontiert. „Darf einem so warm und schwach im ganzen Körper werden, wenn man seinen eigenen Bruder ansieht?“
„Der kleine Häwelmann“ von Theodor Storm ist am Sonntag, 6. Februar, um 10 Uhr im Theater unterm Dach Altenburg als Erzähltheaterstück zu erleben. Kinder ab 4 Jahre sind eingeladen zur wunderbaren Reise des kleinen Häwelmanns in die Nacht. Alles schläft, nur der Mond ist hell und lockt, und auf seinem Lichtstrahl verlässt der kleine Häwelmann sein Zimmer. Er macht sich auf in die Welt, von der er gar nicht genug bekommen kann. Doch Vorsicht: Wer dem Mond so frech über die Nase fährt, muss sich nicht wundern, wenn sein Übermut einmal ausgebremst wird. In der Regie von Puppentheaterleiterin Astrid Griesbach spielt, singt und erzählt Lys Schubert. Für Musik und Arrangement zeichnet Günter Schimm.
In der Regie von Schauspieldirektorin Amina Gusner hat am Sonntag, 6. Februar, um 19.00 Uhr, im Landestheater Gerhart Hauptmanns Schauspiel „Einsame Menschen“ seine Altenburger Premiere. Eine etwas andere Dreiecksgeschichte, hilflose Ratschläge, die doch nur wehtun, und heftige Leidenschaft machen dieses Stück immer wieder zu einem Ereignis. Ein junges Ehepaar mit seinem Neugeborenen in einem schönen Haus am Müggelsee: der Wissenschaftler Johannes Vockerat und seine Frau Käthe haben eine glänzende Zukunft vor sich. Wäre da nicht die gereizte Unzufriedenheit des Ehemannes, wären da nicht die Minderwertigkeitsgefühle von Käthe und die Sorge der Mutter Vockerat um Zerbrechlichkeit im Zusammenleben des Paares. Als die Studentin Anna Mahr erscheint und von Johannes zu längerem Aufenthalt eingeladen wird, verdichten sich die Wolken …
Die Inszenierung geht den Fragen nach: Wie lebt man ein erfülltes Leben? Wie frei sind wir tatsächlich, wie viel Sicherheit brauchen wir, um zu bestehen? Und was ist der Preis? Johannes versucht beides zu vereinen: familiäre Sicherheit und individuelle Freiheit. In den Rollen: Alice von Lindenau (Käthe Vockerat), Henning Bäcker (Johannes Vockerat), Eva Verena Müller (Anna Mahr), Anne Keßler (Mutter Vockerat), David Lukowczyk (Braun). Das Bühnenbild entwarf Johannes Zacher, die Kostüme Inken Gusner. Für die Dramaturgie zeichnet Anne-Sylvie König verantwortlich. Die Chefdramaturgin lädt um 18.20 Uhr zur Einführung ins Foyer ein. |