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Premiere ULENSPIEGEL in Gera und NARBENGELÄNDE in Altenburg Gera Ein knappes Jahrhundert nach seiner Uraufführung 1913 am Königlichen Hoftheater Stuttgart ist „Ulenspiegel“ von Walter Braunfels erstmals wieder auf der Bühne zu erleben: Am Freitag, 28. Januar, um 19.30 Uhr hebt sich in der Reihe »Opernwiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts« der Vorhang zur Premiere an den Bühnen der Stadt Gera. Für das Bühnenbild zeichnet der international renommierte Architekt Stephan Braunfels (u.a. Pinakothek der Moderne, München; Regierungsbauten, Berlin) verantwortlich, ein Enkel des Komponisten. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des 1. Kapellmeisters Jens Troester. Regie führt Matthias Oldag. In der Titelpartie ist kanadische Tenor Keith Boldt zu erleben.
Walter Braunfels galt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts als einer der zukunftsweisenden deutschen Opernkomponisten. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor er als sogenannter »Halbjude« alle seine Ämter und erhielt Aufführungsverbot. 1945 erneut zum Rektor der Kölner Musikhochschule berufen, konnte er nicht mehr an seine alten Erfolge anknüpfen. Erst in den vergangenen rund fünfzehn Jahren wurden Braunfels´ Werke wieder gespielt. Noch kann man bei diesem Top-Ereignis dabei sein – einige Karten sind noch erhältlich! FIGARO, das Kulturradio des MDR, überträgt live, Deutschlandradio Kultur sendet die Aufzeichnung am 5. März 2011.
Die Bühne im Puppentheater gehört an diesem Wochenende „Siegfried, dem Drachentöter“. Richard Wagners SIEGFRIED wird von Mathias Lenz gespielt mit Puppen und Plattenspieler. Für die Fassung zeichnet der Puppenspieler gemeinsam mit Regisseurin Astrid Griesbach. Er wird mit Ernsthaftigkeit und großer Kenntnis der wahren Begebenheiten dem Publikum Stück für Stück die Legende näher bringen. Doch die kraftvolle Mär und Wagners Musik ziehen ihn immer weiter hinein in die Welt mythischer Vorzeit. Götter, Gnome und Ungeheuer erstehen spielerisch, und nach und nach wird aus dem Geschichtenerzähler Herr Klaus der Supersiggi mit dem Megaschwert, der auszieht das Fürchten zu lernen und die Liebe findet. Vorstellungen am Freitag 20 Uhr, am Samstag 16 Uhr und am Sonntag 10 Uhr für Kinder ab 8 Jahre und alle großen Freunde des Puppentheaters und der Oper.
»Rund um den Zuckerhut« - unter diesem Motto tritt Theater&Philharmonie Thüringen mit seinem Publikum am Samstag um 14.30 Uhr wieder eine musikalische Reise durch Lateinamerika an, von Mexiko nach Feuerland und vom Pazifik über die Anden und durch den tropischen Regenwald zur Copacabana. Dabei kann man sich bequem im Konzertsaal zurücklehnen und genießen. Günter Markwarth führt mit charmantem Humor durch das Programm und gibt den zuverlässigen Reisebegleiter zu Land, zu Wasser und in der Luft. Ob voll überschwänglicher Lebensfreude oder in verträumter Melancholie, ob erotisch-lasziv oder mit Humor, der südamerikanische Kontinent hat musikalisch einiges zu bieten: Tango, Rumba, aparte Orchesterwerke, gefühlvolle Arien und reißerische Musicalhits, geschrieben von europäischen oder südamerikanischen Komponisten, die sich stets gegenseitig beeinflussten, wie beispielsweise Heitor Villa-Lobos, Astor Piazzolla, Alberto Ginastera, Darius Milhaud,George Gershwin oder Andrew Lloyd Webber. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Leitung seines 1. Kapellmeisters Jens Troester spielt schwungvolle Titel wie »Tango Jalousie«, »Yo soy María«, »Le bœuf sur le toit«, »Oblivion«, »Tico tico« oder »La Cumparsita«. Die Sopranistin Katrin Strocka interpretiert einige der schönsten und eingängigsten Melodien gefühlvoll und ausdrucksstark, so u.a. das bekannte »Don´t cry for me, Argentina« aus dem Musical „Evita“. Tanzpaare der Tanzschule Schaller sorgen für den Augenschmaus.
Abschied nehmen heißt es jetzt für das Publikum von einer Inszenierung, die ihm richtig ans Herz gewachsen ist. Und so ist auch die letzte Vorstellung von Albert Lortzings „Zar und Zimmermann“ am Sonntag, 30. Januar, um 14.30 Uhr, im Großen Haus Gera bereits ausverkauft.
Am Sonntag, 30. Januar, um 19.30 Uhr ist in der Bühne am Park die Beziehungskomödie „Mütter und Männer“ zu sehen. Schauspieldirektorin Amina Gusner und Chefdramaturgin Anne-Sylvie König haben in ihrer Textmontage ihren Mitmenschen nicht nur aufs Maul geschaut, sie haben sie quasi bei ihrer ganzen kratzbürstigen Hilflosigkeit gegenüber den Zumutungen modernen Lebens erwischt. Wie in ein Haus mit vielen erleuchteten Fenstern sieht der Zuschauer in Schlaglichtern parallel in das Leben von Menschen in einer Großstadt. „Es ist nicht schön allein zu sein!“ – hört man hinter den Scheiben die Protagonisten sagen, die sich trennen und verbinden, nach der Vergangenheit sehnen, von der Zukunft träumen, dem Alltag entfliehen wollen und trotzdem tapfer ihre täglichen Routinerunden drehen. Mit Humor, liebevoll, in mikroskopischer Schärfe, im Weitwinkel und in Nahaufnahmen wird auf Wünsche, Ängste und Muster-Programme von vier vitalen Einzelkämpfern heute geschaut. Erzählt wird in einer musikalischen Collage von denen, die ausbrechen möchten aus dem Laufrad der Leistungsorientierung. Es spielen Anne Keßler, Judith Mauthe, Heiko Senst und Frank Voigtmann.
Altenburg Mehr als 2000 Jahre nach Christi Geburt hat sich Gregor Seyffert in seinem Ballett „Menschensohn“ auf Spurensuche begeben und ein beeindruckendes Bühnenwerk über das Leben des Jesus von Nazareth mit großen Effekten geschaffen. Dem namhaften Choreografen geht es um Propheten schlechthin, denen die Menschheit nicht glaubt, die sich vergebens geopfert haben. Verbündet hat er sich dazu mit Klaus Kinski. Er bezieht dessen Vortrag »Jesus Christus Erlöser« in seine Inszenierung ein. Beide Künstler suchen den Menschensohn jenseits vom etablierten Glauben eines verzerrenden Establishments. Für die Vorstellung am Freitag, 28. Januar, um 19.30 Uhr im Landestheater sind noch Karten zu haben. Dazu gibt es Klänge von Apocalyptica, Tyler Bates, René Dupéré, Enya, Les Tambours du Bronx, Karl Jenkins und Peter Gabriel.
Zur Musik-Komödie „Mama hat den Blues und Papa möchte feiern“ wird am Samstag, 29. Januar, um 19.30 Uhr ins Landestheater eingeladen. Angesagt ist die ganz große Feier zu Gerhard Frosts (Rüdiger Rudolph) 50. Geburtstag. An seiner Seite Ehefrau Doris (Anne Keßler) und die Töchter Stefanie (Vanessa Rose) und Carolin (Alice von Lindenau). Auch die engagierte Band und der Klavierspieler sind zur Stelle. Nur die geladenen Gäste bleiben aus, da die Einladungen gar nicht verschickt wurden. Dafür tauchen unerwartete Gäste auf, die für reichlich Frust in der Familie Frost sorgen. Mit französischem Chanson und russischem Volkslied, AC/DC und Nina Hagen, Franz Lehár und Tokio Hotel, Goran Bregovic und Paolo Conte, Roger Cicero und Eminem, Funny van Dannen und Chris Boettcher kommentieren Familienmitglieder und Gäste ihre Gefühlszustände und treiben alles auf die Spitze und damit in die Katastrophe oder zum Happyend.
Eine Uraufführung steht am Sonntag, 30. Januar, um 19.00 Uhr, auf dem Spielplan im Heizhaus: Das Stück NARBENGELÄNDE von Anne Habermehl erlebt nach dem großen Erfolg in Gera seine Altenburger Premiere. Anne Habermehl gehört mit ihren 28 Jahren bereits zu den bedeutendsten VertreterInnen neuer deutscher Dramatik. Theater&Philharmonie Thüringen führt mit dieser Produktion die erfolgreiche Förderung junger Theaterautoren fort und präsentiert auch das Regie-Debüt dieser jungen Ausnahmekünstlerin. Mit NARBENGELÄNDE hat Anne Habermehl ein aktuelles Stück über die Geschichte in uns geschaffen – zwischen Flieh- und Schwerkraft, aber immer auf der Suche nach der Zukunft. Es ist eine Geschichte über die Vergangenheit, die uns wie alte Narben kratzt und unser Handeln und Denken immer neu beeinflusst. Bühne und Kostüme entwarf Christoph Rufer. Es spielen Alice von Lindenau (Marie), Ursula Staack (Ingrid), Matthias Ransberger (Marc) und Peter Prautsch (Papa). |